Eigentlich unterscheiden sich die Räder gar nicht so elementar von den einstigen Querfeldein-Bikes. Es sind im Prinzip alltags- und schottertaugliche Rennräder – mit breiten, profilierten Reifen, etwas entspannterer Sitzposition und der Möglichkeiten, Packtaschen daran zu befestigen.

Anke Drescher und Georg Weiss verbringen jede freie Minute auf ihren Gravelbikes. Im Kraichgau sind sie regelmäßig anzutreffen. Jens Vögele I 360°-Kommunikation

Wer heute gravelt, hat aber meist andere Motive als damit Rennen zu fahren. Es geht um das Naturerlebnis, seine sieben Sachen zu packen und als Bikepacker einfach drauf los zu fahren, weg von der Straße zu kommen, die Natur und die Unebenheit von Waldwegen ungefedert und direkt zu spüren oder einfach darum, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.

Lumir Boureanu sucht auf dem Gravelbike Entspannung vom Büroalltag – wie hier an der Wurmlinger Kapelle in der Nähe von Tübingen. Jens Vögele I 360°-Kommunikation

So unterschiedlich die Gründe fürs Graveln sind, so unterschiedlich sind auch die Typen die auf solchen Rädern sitzen. Für das Rennradmagazin TOUR habe ich einige davon besucht, fotografiert und porträtiert.

Markus Finkbeiner besucht mit seinem Gravelbike regelmäßig seine Mutter Anne in Baiersbronn im Schwarzwald. Jens Vögele I 360°-Kommunikation

Sie haben mir ihre Motivation erzählt, die sie bei Wind und Wetter aufs Fahrrad treibt. Warum sie auch im Winter mit dem Rad zur Arbeit fahren, bei Minusgraden auf einer Wochenendtour draußen übernachten, Entspannung vom stressigen Büroalltag suchen, 250 Kilometer und länger am Stück im Sattel sitzen oder einfach mal über den Schwarzwald in die frühere Heimat fahren. Die Geschichte über die Gravel-Enthusiasten wird im Frühjahr 2021 erscheinen.

Andreas Basler fährt bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Arbeit. Jens Vögele I 360°-Kommunikation